Forschung

Nano-Physiomanalysen für die Belastungssteuerung

Die Verbesserung der Belastungssteuerung für Patienten und Sportler ist das langfristige Ziel unserer wissenschaftlichen Arbeit (A-C). Als erste Arbeitsgruppe welt-weit haben wir, sowohl eine Arbeitslast abhängige Freisetzung der zell-freien, im Blut zirkulierenden DNA (cfDNA), als auch eine Freisetzung extrazellulärer Vesikel (EVs) während eines klassischen kardiopulmonalen Belastungstests beschrieben (1-4).

EVs und cfDNA sind makromolekulare, heterogene Molekül-Komplexe, welche durch die klassischen molekularen OMICs Verfahren - wie Genomics, Proteomics, Metabolomics - nur unzureichend erfasst werden. Beide Nano-Komplexe erlauben Rückschlüsse auf ihre zelluläre (4,5,A), oder ihre endogene (I) oder exogene (II-III) Herkunft. Für diese Nano-molekulare, organotrope, quantitative Analytik entwickeln wir eigens neue, hochsensitive Messverfahren (5 I-III).

Diese Nano-Analytik kombinieren wir mit dem klassischen Monitoring des funktionellen Verhaltens des körperlichen Zustandes - dem Physiom. Die fortschreitende Digitalisierung ermöglicht es uns hierbei zunehmend große Datenvolumen in Echtzeit zu erfassen, zu prozessieren und für die dezentrale Trainingssteuerung von Patienten Telemedizinisch in der internetbasierten Sportbetreuung einzusetzen (6, C).

Ein von uns neu ins Leben gerufenes Feld der Leistungsdiagnostik, Exercise Radiomics ist hierbei der erste Anwendungsbereich, in dem wir gestützt auf Deep-Learning Algorithmen Hautoberflächentemperaturmuster in Bewegung zur Physiomanalytik nutzen (7,D). In Zukunft wird die Entwicklung verbesserter KI-Algorithmen sehr maßgeblich von der Datenqualität abhängen. Ein langjähriger Forschungsfokus der Abteilung ist die Dunkelfeldforschung zu sozial sensitiven Items, wie z.B. Substanzmissbrauch und Doping (8).

Literature:
1. Beiter T, Fragasso A, Hudemann J, Nieß AM, Simon, P. (2011). Short-term treadmill running as a model for studying cell-free DNA kinetics in vivo. Clinical Chemistry, 57(4), 633-636.
2. Breitbach S, Tug S, Simon P (2012). Circulating cell-free DNA: an up-coming molecular marker in exercise physiology. Sports Med 42(7):565-586.
3. Frühbeis C, Helmig S, Tug S, Simon P*, Krämer-Albers EM. (2015). Physical exercise induces rapid release of small extracellular vesicles into the circulation. J Extracell Vesicles 4:28239. (*equal contribution)
4. Brahmer A, Neuberger E, Esch-Heisser L, Haller N, Jorgensen MM, Baek R, Möbius W, Simon P*, Krämer-Albers EM* (2019). Platelets, endothelial cells and leukocytes contribute to the exercise-triggered release of extracellular vesicles into the circulation. J Extracell Vesicles 8(1):1615820. (*equal contribution)
5. Ehlert T, Tug S, Brahmer A, Neef V, Heid F, Werner C, ... ,Simon, P. (2017). Establishing PNB-qPCR for quantifying minimal ctDNA concentrations during tumour resection. Scientific reports, 7(1), 1-8.
6. Pfirrmann D, Huber Y, Schattenberg JM, Simon P. (2019). Web-based exercise as an effective complementary treatment for patients with nonalcoholic fatty liver disease: intervention study. Journal of medical Internet research, 21(1), e11250.
7. Hillen B, Pfirrmann D, Nägele M, Simon P (2020). Infrared thermography in exercise physiology: The dawning of exercise radiomics. Sports Med 50(2):263-282.
8. Ulrich R, Pope HG Jr, Cléret L, Petróczi A, Nepusz T, Schaffer J, Kanayama G, Comstock RD, Simon P (2018). Doping in two elite athletics competitions assessed by randomized-response surveys. Sports Med 48(1):211-219.

Intellectual Property:

I. Simon P, Himmelreich R (2018): “Cell free DNA amplification” (F58373 DE) 102018222357.2;
II. Simon P (2007): “Detection of transgenic DNA (tDNA)“, PCT/EP2007/003385 (5402P366)
III. Simon P (2006): „Nachweis von transgener DNA (tDNA)“, Schutzrecht DE 10 2006 021 257.6 (5402P366)

Funding:
A) “Healthy Campus Mainz” Bahrmer GEK (2018-2023) Cooperative Grant: 1.518 Mio. €
B) “Blood-derived mediators of exercise induced innate and acquired stress resilience” Boehringer Ingelheim Foundation (2018-2020) Cooperative Grant: 525.100 €
C) “Decide“ Decentralized digital Environment for Consultation, data Integration, Decision making and patient Empowerment; BMBF (2021-2025) Cooperative Grant: 5.47 Mio. €
D) “INNOSPOMED - Innovative sports medical performance diagnostics, based on a novel evaluation of thermographic camera data by means of neural networks and the analytical comparison to classical parameters of sports medical performance diagnostics”, Central innovation program for SMEs (ZIM) (2020-2022) 480.000 €

Press Releases:
https://www.unimedizin-mainz.de/presse/pressemitteilungen/aktuellemitteilungen/newsdetail/article/vom-gendopingnachweis-zur-darmkrebsdiagnostik.html


 

Im Folgenden stellen wir Ihnen, nach einer Übersicht, die aktuellen Forschungsprojekte der Abteilung Sportmedizin kurz vor. Am Ende dieser Beschreibungen finden Sie eine Liste der dazugehörigen, aktuellen Publikationen.

Projektübersicht:

Molekulare Belastungsphysiologie

  • Liquid Biopsy – Verbesserung der cfDNA Quantifizierung
  • Sport als Modell zur Untersuchung zellfreier DNA in Zusammenhang mit inflammatorischen Prozessen bei Gesundheit und Krankheit
  • Sport-induzierte Zellkommunikation durch Extrazelluläre Vesikel
  • Doping im Sport und Dopingnachweisbarkeit

Internetbasierte Sportbetreuung

  • HELP: Hepatic inflammation and physical performance in patients with non-alcoholic steatohepatitis
  • iPEP: Internet-based perioperative exercise program for patients with barrett’s carcinoma scheduled for esophagectomy
  • ExDEP: Exercise for depression
  • COMMED: Cystic fibrosis online mentoring program - microbiome, exercise & diet
  • SLEEP: Systemic lupus erythematosus exercise program
  • SPEER: Sports effects on emotion regulation and stress resilience

Belastungsmanagement von Athleten

  • cfDNA als Belastungsmarker im Fußball
  • Kooperationsprojekt mit der Universität Salzburg

Gesundheitsförderung in Lebenswelten

  • Healthy Campus! Gesund studieren an der Johannes Gutenberg Universität
  • Mainz läuft!

Infrarot Thermografie in der sportmedizinischen Leistungsdiagnostik

  • InnoSpoMed

Die Forschungsprojekte in Kürze

Molekulare Belastungsphysiologie                                        

Die molekulare Belastungsphysiologie befasst sich mit den Veränderungen, die körperliche Belastung auf der Ebene der Proteine, RNA und letztlich auch auf der Ebene der menschlichen Erbsubstanz - der DNA - bewirkt. Dabei wird vor allem der Frage nachgegangen, welche Mechanismen ein Trainingsreiz in Gang setzt, um im Idealfall erwünschte oder beispielsweise beim Übertraining auch unerwünschte Effekte in unserem Körper hervorzurufen. In der Umkehr stellt die Molekulare Belastungsphysiologie die Frage, welche molekularen bzw. genetischen Voraussetzungen eine bestimmte Leistung überhaupt ermöglichen.

  • Sport als Modell zur Untersuchung zellfreier DNA in Zusammenhang mit inflammatorischen Prozessen bei Gesundheit und Krankheit – Ansprechpartner: Dr. Elmo Neuberger

Zirkulierende zellfreie DNA (cfDNA) ist ein wichtiger, häufig untersuchter Marker, um den Entzündungszustand bei Patienten mit Sepsis, Lebererkrankungen und Autoimmunerkrankungen wie systemischem Lupus erythematodes (SLE) zu beurteilen. Körperliche Bewegung verursacht akute physiologische Veränderungen, welche die Induktion von Entzündungssignalprozessen, Immunzellverschiebungen, Zytokinfreisetzung sowie Anstiege der cfDNA bewirken (Breitbach et al. 2012 PMID: 22694348). Wir haben einen zuverlässigen und kostengünstigen qPCR-Assay für den Nachweis von cfDNA in Plasma etabliert (Breitbach et al. 2014 PMID: 24595313). Routinemäßige Belastungstests führen bei gesunden Sportlern zu einer akuten Erhöhung der cfDNA-Konzentration um das 5-fache bei Radbelastungen oder 15-fache bei Laufbelastungen (Tug et al. 2016 PMID: 27617485, Brahmer et al. 2019 PMID: 31191831, Breitbach et al. 2014 PMID: 24876361). Die cfDNA stammt dabei vorwiegend aus Zellen der hämatopoetischen Linie (Tug et al. 2015 PMID: 25826002). In laufenden Experimenten untersuchen wir zelltypspezifische DNA-Methytierungsprofile, um die proportionale Zuordnung der Zelltypen weiter zu subcharakterisieren. Derzeit sind die Freisetzungsmechanismen sowie relevante Schlüsselfaktoren unbekannt, welche die belastungsinduzierten Anstiege von cfDNA als Reaktion auf körperliche Anstrengung und deren Beteiligung an entzündlichen Signalprozessen verursachen. Um relevante Faktoren zu ermitteln, welche die cfDNA-Freisetzung und ihre klinische Relevanz beeinflussen, untersuchen wir cfDNA und entzündliche Zytokine bei Patienten mit LUPUS, nicht-alkoholischer Fettleberkrankheit (NAFLD) bzw. bei gesunden untrainierten Personen nach 8 -12 Wochen Bewegungsintervention.

  • Sport-induzierte Zellkommunikation durch Extrazelluläre Vesikel – Ansprechpartnerin: Dr. Alexandra Brahmer

Extrazelluläre Vesikel (EVs) sind membranumschlossene Einheiten mit Größen im Nanometer-Bereich, die in der Lage sind, ein breites Spektrum bioaktiver Komponenten (Proteine, Lipide, Metabolite, Nukleinsäuren) geschützt zu transportieren. Diverse akute und chronische Sport Interventionen lösen die Freisetzung von EVs in den Blutkreislauf aus, und diese sind wahrscheinlich an den gesundheitsfördernden physiologischen Anpassungsprozessen beteiligt, die durch regelmäßige körperliche Bewegung induziert werden. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Entwicklungsbiologie und Neurobiologie, Forschungsgruppe Extrazelluläre Vesikel (Universität Mainz) untersuchen wir die Freisetzungskinetik, den zellulären Ursprung, den Cargo und die Funktionen von EVs, die als Reaktion auf körperliche Belastung in den Blutkreislauf freigesetzt werden - ExerVs.

  • Doping im Sport und Dopingnachweisbarkeit – Ansprechpartner: Dr. Elmo Neuberger

Doping im Sport ist weit verbreitet. Eine anonymisierte Fragebogenerhebung zeigt, dass zwischen 43,6% und 70,1% der Teilnehmer bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften bzw. den Panarabischen Spielen mindestens einmal im Jahr gegen die Dopingrichtlinien verstoßen haben (Ulrich et al., 2018. PMID: 28849386). Neben dem konventionellen Doping ist das sogenannte Gendoping in den Fokus gelangt, welches eine missbräuchliche Verwendung gentherapeutischer Maßnahmen im Sinne der Leistungssteigerung ist. Die Historie zeigt, dass der biotechnologische Fortschritt typischerweise für Dopingzwecke missbraucht wird. Der Gentransfer mittels viraler Vektoren ist ein denkbares Szenario, obwohl die Forschung auf diesem Gebiet weiterhin sehr experimentell ist (Neuberger et al., 2012 PMID: 22508654 / Neuberger & Simon 2017 PMID: 28578328). Um die Nachweisbarkeit von Gendoping zu erleichtern, haben wir verschiedene PCR Verfahren etabliert, mit dem Gendoping mit höchster Sensitivität und Spezifität nachgewiesen werden kann (Beiter et al. 2008 PMID: 19203085, Beiter et al., 2011 PMID: 20811468, Moser et al. 2012 PMID: 22539489, Moser et al. 2014 PMID: 25375130). Die Reproduzierbarkeit des EPO-Gendopingnachweises wurde in einer laborübergreifenden Studie an nichtmenschlichen Primaten validiert (Neuberger et al. 2016 PMID: 26752352). Neben dem direkten Nachweis von Dopingmitteln werden auch indirekte Nachweismethoden wie der transkriptionelle Ansatz verfolgt (Neuberger et al. 2011 PMID: 22031504, Neuberger & Simon 2014 DOI: 10.5960/dzsm.2014.140). Kein klinischer Test hat 100% Sensitivität und 100% Spezifität und beide Werte sind von der Prävalenz abhängig. Dies hat wichtige Implikationen für Antidopinglabors, die die Validität ihrer Tests verbessern könnten (Simon et al. 2018 PMID: 30300193).

Internetbasierte Sportbetreuung

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt der Abteilung Sportmedizin liegt in der Web-basierten Bewegungsbetreuung von Patienten mit unterschiedlichen Grunderkrankungen. Regelmäßige körperliche Aktivität wird in der Prävention und in der Therapie (Sekundär- und Tertiärprävention) bei vielen Erkrankungen von medizinischen Fachgesellschaften empfohlen. Zur Betreuung sind angeleitete Bewegungsprogramme ein probates Mittel. Jedoch ist eine erfolgsversprechende bewegungs-therapeutische Versorgung, gerade unter Berücksichtigung individueller Bewegungsempfehlungen, im Rahmen von Präsenzveranstaltungen, selbst unter erheblichem Aufwand des therapeutischen Personals, nur schwer umsetzbar. Individuelle Bedürfnisse, mangelhafte Infrastruktur und zeitliche Verpflichtungen (bspw. Schichtarbeit) stellen große Hürden in einer dauerhaften Präsenzversorgung dar. Durch die Weiterentwicklungen der Netzqualität und der verbesserten Infrastruktur für Datenverkehr entwickelt sich das Internet zur natürlichen Ergänzung im Servicespektrum der Versorgung. Somit kann ein Web-basiertes Assistenzsystem eine sinnvolle Ergänzung sein, die nachhaltig zur Gesundheitsförderung beiträgt. Bisher wurden Interventionen mit untrainierten Gesunden sowie Patienten, die an einer nichtalkoholischen Fettleber, an Depression, an Krebs, an zystischer Fibrose oder an systemischem Lupus erythematodes erkrankt sind, erfolgreich durchgeführt.

Ansprechpartner: Dr. Daniel Pfirrmann, Dr. Alexandra Brahmer, Dr. Nils Haller, Keito Philippi, Barlo Hillen

Belastungsmanagement von Athleten

  • Kooperationsprojekt mit Universität Salzburg– Ansprechpartner: Dr. Nils Haller

“Load Management“ beschreibt die Planung, das Monitoring und das Anpassen einer Trainingsbelastung. Das Kooperationsprojekt ist eine wissenschaftliche Zusammenarbeit zur Bearbeitung diverser sportwissenschaftlicher Fragestellungen mit dem Fokus auf Weiterentwicklung des Belastungsmanagements für Athleten. Kooperationspartner ist die Universität Salzburg und Prof. Dr. Thomas Stöggl.

Gesundheitsförderung in Lebenswelten

  • HEALTHY CAMPUS! – Ansprechpartner: Dr. Daniel Pfirrmann, Dennis Edelmann, Kristin Kalo

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) wird ein ganzheitliches studentisches Gesundheitsmanagement (SGM) aufbauen. Das Modellvorhaben „Gesund studieren in Mainz“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Universitätsmedizin der JGU, der JGU und der BARMER. Sie fördert das Modellvorhaben mit rund 1,5 Millionen Euro im Rahmen des Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (§ 20g SGB V). Ziel des Modellvorhabens „Gesund studieren in Mainz“ ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zur Prävention und Gesundheitsförderung von Studierenden zu sammeln, um daraus evidenzbasierte Maßnahmen zur Gesunderhaltung und -förderung für die rund 32.000 Studierenden in Mainz zu schaffen. Das Modellvorhaben „Gesund studieren in Mainz“ legt den Fokus auf fünf Schwerpunktthemen, die für die Gesundheit von Studierenden von enormer Relevanz sind und im Projekt aus interdisziplinärer Perspektive betrachtet und bearbeitet werden: "Bewegung“, "Ernährung", "Kommunikation und Mediennutzung", "Medizinische Prävention" und "Psychische Gesundheit". Die Abteilung Sportmedizin beschäftigt sich insbesondere mit den Fragestellungen rund um das Thema Bewegungsverhalten im gesundheitlichen Kontext. Im Fokus liegen hier die Erhebung der Fitness und der körperlichen Aktivität mit ihren Folgen für den Bewegungs- und Stützapparat sowie deren Einflüsse auf die inneren Organe. Aus diesen Erkenntnissen werden Programme zur Förderung eines aktiven Lebensstils entwickelt, die bei Bedarf bei der Alltagsintegration unterstützen. (https://gesund.uni-mainz.de).

  • MAINZ LÄUFT! – Ansprechpartnerin: Dr. Anne Huber

Anlässlich der Corona Pandemie soll für die Mainzerinnen und Mainzer ein wissenschaftsbasiertes nachhaltiges Bewegungsangebot geschaffen werden. Unser Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger unabhängig von Alter, Geschlecht und aktuellem Leistungsvermögen darin zu unterstützen, sich regelmäßig, bestenfalls lebenslang sportlich zu bewegen und so zu einer gesunden Lebensweise beizutragen. Regelmäßige Bewegung trägt neben der körperlichen ebenso zur psychischen und mentalen Gesundheit bei. Hierbei spielt der soziale Aspekt des Sporttreibens eine entscheidende Rolle. Gemeinsam etwas für die eigene Gesundheit zu tun, nach draußen zu gehen, gemeinsam Sport zu treiben und dabei die Regeln des Fairplay zu achten schafft Solidarität. „Mainz läuft“ soll in diesem Sinne ein neues Gemeinschaftsgefühl schaffen. Dies beinhaltet die Konzeption und Erstellung von Trainings- und Bewegungsplätzen in Mainz. Sportstudierende der JGU begleiten und unterstützen die Gruppen als Lauftrainer und Mentoren. Im Rahmen des Projekts besteht die Möglichkeit eine Bachelor- oder Masterarbeit zu verfassen oder sich in Form eines Praktikums zu einzubringen.

Anlässlich der Coronapandemie soll für die Mainzerinnen und Mainzer ein wissenschaftsbasiertes nach-haltiges Bewegungsangebot geschaffen werden. Unser Ziel ist es, interessierte Personengruppen unabhängig von Alter, Geschlecht und aktuellem Leistungsvermögen darin zu unterstützen, sich regelmäßig, bestenfalls lebenslang sportlich zu bewegen und so zu einer gesunden Lebensweise beizutragen.

Regelmäßige Bewegung trägt neben der körperlichen ebenso zur psychischen und mentalen Gesundheit bei. Hierbei spielt der soziale Aspekt des Sporttreibens eine entscheidende Rolle. Gemeinsam etwas für die eigene Gesundheit zu tun, nach draußen zu gehen, gemeinsam Sport zu treiben und dabei die Regeln des Fairplay zu achten schafft Solidarität. „Mainz läuft“ soll in diesem Sinne ein neues Gemeinschaftsgefühl schaffen.

Im Rahmen eines universitären Lehrprojekts werden fortlaufend verschiedene gemeinnützige Aktionen für bestimmte Zielgruppen wie Kinder-, Jugendliche und Familien in Mainz geplant. Sportstudierende der JGU begleiten und unterstützen die Gruppen als Lauftrainer und Mentoren.

Infrarot Thermografie

  • InnoSpoMed – Ansprechpartner: Barlo Hillen

Ein umfangreiches, nationales Kooperationsprojekt gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des Programms „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“. Innovative sportmedizinische Leistungsdiagnostik, basierend auf einer neuartigen Auswertung thermografischer Kameradaten mittels neuronaler Netze und der analytische Vergleich zu klassischen Parametern der sportmedizinischen Leistungsdiagnostik. Die Kooperationspartner sind die OptoPrecision GmbH und das Institut für Informatik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Die Infrarot-Thermografie (IRT) ist ein nicht-invasives Messinstrument zur Erhebung der Strahlungstemperatur (Tsr) der Körperoberfläche. IRT ist eine aufstrebende Technologie, die aus den jüngsten Fortschritten von Kameraobjektiven, der Detektortechnik und fortschreitenden Datenverarbeitungsmöglichkeiten resultiert. Wir untersuchen die Anwendbarkeit der IRT im Zusammenhang mit dynamischen Messungen in der Belastungsphysiologie und beobachten spezifische Veränderungen der Tsr für verschiedene Belastungsarten (Abb.6&7). Am Ende von Belastungstests oder während längerer körperlicher Belastungen zeigte die IRT ein Oberflächen-Strahlungsmuster (Psr). Darüber hinaus untersuchen wir, wie Einflussfaktoren, wie z.B. der Blutfluss der Haut, oder  Umweltfaktoren durch innovative technologische Ansätze aufgelöst werden können. Für eine verfeinerte Analyse wird es notwendig sein, eine standardisierte und genaue Mustererkennungstechnologie zu entwickeln und zu implementieren. Diesen Ansatz nennen wir „Exercise Radiomics“.


Liste aktueller Publikationen

Molekulare Belastungsphysiologie

  • Brahmer A, Krämer-Albers E. M. (2020). “Brainstorming”: Extracellular Vesicles in Physical Activity and Neuronal Health. Trillium Extracellular Vesicles 2020
  • Brahmer A, Neuberger E, Esch-Heisser L, Haller N, Jorgensen MM, Simon P, Krämer-Albers, EM. (2019). Platelets, endothelial cells and leukocytes contribute to the exercise-triggered release of extracellular vesicles into the circulation. Journal of extracellular vesicles, 8(1), 1615820.
  • Frühbeis C, Helmig S, Tug S, Simon P, Krämer-Albers EM. (2015). Physical exercise induces rapid release of small extracellular vesicles into the circulation. Journal of extracellular vesicles, 4(1), 28239.
  • Helmig S, Frühbeis C, Krämer-Albers, EM, Simon P, Tug S. (2015). Release of bulk cell free DNA during physical exercise occurs independent of extracellular vesicles. European journal of applied physiology, 115(11), 2271-2280.

Internetbasierte Sportbetreuung

  • Boedecker SC, Philippi K, Neuberger E, Schmidt S, Pfirrmann D, Haller N, Schwarting A, Simon P, Weinmann-Menke J. The effect of 12-week internet-based individualized exercise program in adults with systemic lupus erythematosus: A randomized controlled trial. JMIR Research Protocols 2020. https://doi.org/10.2196/preprints.18291
  • Haller N, Lorenz S, Pfirrmann D, Koch C, Lieb K, Dettweiler U, Simon P, Jung P. Individualized Web-Based Exercise for the Treatment of Depression: Randomized Controlled Trial. JMIR Ment Health 2018;5(4):e10698.
  • Hillen B, Simon P, Grimminger P.P, Gockel I, Pfirrmann D. Use of a Perioperative Web-Based Exercise Program for a Patient with Barrett’s Carcinoma Scheduled for Esophagectomy. Case Rep Oncol 2019;12:755–764.
  • Pfirrmann D, Huber Y, Schattenberg JM, Simon P.  Web-Based Exercise as an Effective Complementary Treatment for Patients With Nonalcoholic Fatty Liver Disease: Intervention Study. J Med Internet Res 2019;21(1):e11250.
  • Pfirrmann D, Haller N, Huber Y, Jung P, Lieb K, Gockel I, Poplawska K, Schattenberg JM, Simon P. Applicability of a Web-Based, Individualized Exercise Intervention in Patients With Liver Disease, Cystic Fibrosis, Esophageal Cancer, and Psychiatric Disorders: Process Evaluation of 4 Ongoing Clinical Trials. JMIR Res Protoc 2018;7(5):e106.
  • Pfirrmann D, Tug S, Brosteanu O, Mehdorn M, Busse M, Grimminger PP, et al. Internet-based perioperative exercise program in patients with Barrett's carcinoma scheduled for esophagectomy [iPEP - study] a prospective randomized-controlled trial. BMC Cancer 2017 Jun 14;17(1):413.

Belastungsmanagement von Athleten

  • Haller N, Tug S, Breitbach S, Jörgensen A, Simon P.  Increases in circulating cell-free DNA during aerobic running depend on intensity and duration. International journal of sports physiology and performance 2017; 12(4), 455-462.
  • Haller N, Helmig S, Taenny P, Petry J, Schmidt S, Simon P.  Circulating cell-free DNA as a marker for exercise load in intermittent sports. PloS one 2018; 13(1).
  • Haller N, Ehlert T, Schmidt S, Ochmann D, Sterzing B, Grus F, Simon P. Circulating cell-free DNA for Monitoring Player Load in Professional Football. International Journal of Sports Physiology and Performance 2019; 14(6), 718-726.
  • Haller N, Ehlert T, Schmidt S, Simon P. Circulating DNA as a Monitoring Tool in Professional Soccer. ACSM Orlando 2019.

Gesundheitsförderung in Lebenswelten

  • Dietz P, Reichel JL, Edelmann D, Werner AM, Tibubos AN, Schäfer M, Simon P, Letzel S, Pfirrmann D.  A Systematic Umbrella Review on the Epidemiology of Modifiable Health Influencing Factors and on Health Promoting Interventions Among University Students. Front. Public Health 2020; 8:137.
  • Edelmann D, Dietz P, Reichel J, Werner A, Schäfer M, Tibubos AN, Deci N, Letzel S, Simon P, Pfirrmann D.  Physische Aktivität und Sitzverhalten von Studierenden an der Johannes Gutenberg-Universität. Vortrag im Rahmen der 60. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin vom 2.-9. September 2020 in München.

Infrarot Thermografie

  • Hillen B, Pfirrmann D, Nägele M. et al. Infrared Thermography in Exercise Physiology: The Dawning of Exercise Radiomics. Sports Med  2020; 50, 263–282.
  • Hillen B, Simon P. The Temperature Surface Radiation Pattern - A non-invasive Insight into Skin Blood Flow Response to Exercise. MEDICINE AND SCIENCE IN SPORTS AND EXERCISE, Volume: 51 Issue: 6 Pages: 491-492, JUN 2019.